ORTHOCENTRUM HAMBURG

Fußschmerzen

Zehenballen (Hallux valgus)

Die häufigste Fehlstellung am Fuß ist der Zehenballen (Hallux valgus). Allein in Deutschland sind 10 Mio. Menschen betroffen, davon jeder Dritte bei über 65-Jährigen. Schmerzen vor allem an der Innenseite der Großzehe können das Gehen beschwerlich machen. Manchmal kommt es im Verlauf zur Verdrängung der daneben liegenden Zehe (Krallenzeh). Auch kann es durch Fehlbelastung zu Schmerzen unter der Fußsohle kommen.

Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen und durch angepasstes Schuhwerk nicht abklingen, kann eine operative Korrektur erfolgen. Ziel ist hierbei die Begradigung der Zehe(n), um die Belastbarkeit wiederherzustellen. Es gibt hierfür viele verschiedene operative Optionen mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Die Wahl des richtigen Operationsverfahrens erfordert vom behandelnden Arzt Fingerspitzengefühl und Erfahrung und ist für den langfristigen Verlauf entscheidend. Nachfolgend werden wesentliche Informationen hierzu aufgeführt.

ZUM OPERATIVEN THERAPIEVERFAHREN


Krallenzeh/Hammerzeh

Während die Hammerzehe mit der Beere in der Regel noch den Boden berührt, ist dies bei der Krallenzeh nicht mehr möglich. Bei beiden Fehlstellungen kommt es oft zur Ausbildung von schmerzhaften Schwielen. Sind die Zehen im Anfangsstadium noch beweglich, steift im fortgeschrittenen Stadium das Mittelgelenk in einer Fehlstellung ein und kugelt im Endstadium im Grundgelenk sogar aus. Meist findet sich ursächlich eine andere Fehlstellung am Fuß wie ein Hallux valgus, Hohlfuß oder Knick-/Senkfuß. Weitere Ursachen können aber auch zu engen Schuhen sein oder deutlich seltener Unfallfolgen oder Erkrankungen der Nerven, wie dieses zum Beispiel beim Diabetes mellitus auftreten kann (sog. Neuropathie).

ZUR OPERATION


Hallux Rigidus

Die Arthrose des Großzehengrundgelenkes kann unterschiedlich Beschwerden hervorrufen. Zum einen ist das Gelenk an sich schmerzhaft, weil nach Abrieb des schützenden Knorpels Knochen auf Knochen reibt. Zum anderen kommt es nicht selten zu einer Mehrbelastung anderer Gelenke als Folge der eingeschränkten Beweglichkeit und des Schonhinkens. Manche Patienten verspüren daher auch ziehende Schmerzen an der Außenseite des Fußes, obwohl nur das Großzehengrundgelenk erkrankt ist.

ZUR OPERATION


Entzündung am Zehennagel

Durch krumme oder zu breite Nägel kann es zu Entzündungen der Zehen kommen. In den weitaus meisten Fällen ist hiervon die Großzehe betroffen, sowohl an der Außen- als auch an der Innenseite. Durch die Fehlform des Nagels wird beim Wachstum des Nagels die Haut verletzt, so dass hier Keime eindringen und es zu einer Entzündung kommt. In diesem Fall sollten täglich Fußbäder mit Antiseptika wie z.B. flüssiges Betaisodonna oder Octenisept erfolgen (rezeptfrei in der Apotheke erhältlich) und die Entzündung mit einem Pflaster bedeckt werden. Auf Sport und viel körperliche Aktivität sollte verzichtet und der Fuß geschont werden. Es ist wichtig, dass der Nagel nicht zu kurz geschnitten wird. Auch wenn dieses im ersten Moment Erleichterung schafft, führt das weitere Nachwachsen des Nagels zu einer Verschlechterung der Entzündung.

ZUR THERAPIEMÖGLICHKEIT

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Metatarsalgie

Der Begriff Metatarsalgie bezeichnet unspezifisch Schmerzen im Mittelfußbereich. Eine Vielzahl von möglichen Beschwerden erfordert vom behandelnden Arzt eine gründliche Untersuchung und auch etwas Fingerspitzengefühl, um die Beschwerden beim Gehen, Stehen oder Sporttreiben der richtigen Ursache zuordnen zu können. Zum einen kann durch Fehlstellungen wie Hallux valgus oder Knick-/Senkfußfehlstellung eine Überlastung des Mittelfußes bedingt sein (sog. Transfermetatatarsalgie). Außerdem kann eine Verkürzung der Wadenmuskulatur oder eine eingeschränkte Beweglichkeit des oberen Sprunggelenkes eine vermehrte Belastung des Vorfußballens zur Folge haben. In seltenen Fällen ist eine lokale Durchblutungsstörung die Ursache für die Mittelfußschmerzen (M. Köhler II). Auch bei systemischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus und rheumatoider Arthritis ist die Belastung im Ballenbereich erhöht.

Zur operativen Therapie


Morton Neurom

Die Therapie des sog. Morton Neuroms sollte zunächst konservativ erfolgen. Eine Einlagenversorgung hat das Ziel einer Druckumverteilung und sollte weitere, auch ggf. asymptomatische Fehlstellungen berücksichtigen. Physiotherapeutische Behandlungen können bei Verkürzung der Wadenmuskulatur oder eingeschränkter Beweglichkeit des Sprunggelenkes erfolgen, während Spritzen die Schwellung des Nerven reduzieren können.

Zur Operation


Achillodynie

Die Achillodynie bedeutet übersetzt lediglich „Achillessehnenschmerzen“. Die Ursache hierfür kann sehr unterschiedlich sein. Anfänglich liegt lediglich eine funktionelle Verkürzung der Achillessehne vor, ohne dass die Sehne einen Schaden genommen hat. Bei längerer Beschwerdedauer besteht schon ein Verschleiß der Achillessehne, was sich durch eine Verdickung bemerkbar machen kann. Die Ursache hierfür sind sogenannte Mikroläsionen, also kleinste Einrisse, die man sich so ähnlich vorstellen kann wie kleine Einkerbungen eines porösen Gummibandes, was man in die Länge zieht. Der Körper versucht diese Schwachstellen über spezielle Stoffe aus dem Blut (sog. Wachstumsfaktoren) zur Vernarbung zu bringen. Das Narbengewebe ist allerdings weniger elastisch, was bei gleichbleibender Belastung neue Läsionen nach sich zieht - ein Teufelskreis entsteht.

Aufgrund der schlechten Blutversorgung der Achillessehne laufen diese Reparaturvorgänge über viele Monate ab. Da die Achillessehne als kräftigste Sehne des Körpers hohen Belastungen auch schon beim normalen Gehen ausgesetzt ist, kommt der Körper mit den Reparaturvorgängen manchmal nicht hinterher. Die Folge können langwierige Schmerzen sein, die beim Sport und manchmal auch schon im Alltag beim Gehen auftreten können.

ZUR THERAPIE


Bandinstabilitäten des Sprunggelenkes

Bandverletzungen des Sprunggelenkes gehören zu den häufigsten Sportverletzungen. Hierzu kommt es durch Umknicken mit dem Fuß beim Lauf, vor allem bei unebenem Grund oder schnelle Richtungswechsel. Somit sind viele Sportarten davon betroffen: der Basketball- oder Volleyballspieler kann nach dem Sprung auf dem Fuß eines anderen Spielers landen, der Fußballer beim Dribbeln den Halt verlieren oder der Jogger auf unebenem Grund wie Waldboden mit Baumwurzeln stolpern.

Um eine Verstauchung von einem Bänderriss oder gar Knöchelbruch abzugrenzen, ist eine ärztliche Untersuchung notwendig. Hier wird in der Regel eine Röntgenuntersuchung durchgeführt und die Stabilität des Bandapparates bei der Untersuchung getestet. Manchmal sind auch MRT Untersuchungen erforderlich, wenn der Befund nicht eindeutig ist.

Wenn es mehrmals zu einer Bandverletzung gekommen ist oder die Bänder nicht in der richtigen Vorspannung vernarben, kann es zu einer chronischen Bandinstabilität kommen. Häufiges Umknicken beim Sport oder auch schon im Alltag bei Bagatellereignissen ist dann die Folge. Dieses geht oftmals mit nur wenig Schmerzen einher, weshalb diese Ereignisse leider zu lange auf die leichte Schulter genommen werden. Mit jedem Umknickereignis kommt es zu einer hohen Belastung des Knorpels des oberen Sprunggelenkes. Im Laufe der Zeit droht in diesem Gelenk eine Arthrose, die später sehr schwer zu behandeln ist.

ZUR OPERATION


Achillessehnensporn (hinterer Fersensporn)

Der Achillessehnensporn wird auch als hinterer (=dorsaler) Fersensporn bezeichnet und ist als ein Zeichen der chronischen Überlastung zu sehen. Der knöcherne Sporn wächst direkt in die Achillessehne ein und verursacht dort unter Belastung und bei engem Schuhwerk Schmerzen. Durch die Reizung der Achillessehne treten die Schmerzen jedoch oft auch in Ruhe auf. Meist wird die Achillessehne zusätzlich noch durch eine sogenannte Haglund Exostose bedrängt. Diese liegt etwas weiter oberhalb und führt dazu, dass die Achillessehne über eine knöcherne Kante des Fersenbeins gleitet. Eine schmerzhafte Entzündung eines Schleimbeutels schränkt dann zusätzlich das Gehen deutlich ein.

ZUR OPERATION


Knick-/Senkfuß des Erwachsenen

Der erworbene Knick-/Senkfuß kann zu unterschiedlichsten Beschwerden führen, was eine differenzierte Herangehensweise des behandelnden Arztes erfordert. Häufig kommt es als Folge auch zu Fehlstellungen der Zehen, was dann ggf. ebenfalls eine Korrektur erfordert. Nur im Anfangsstadium kann man die Beschwerden ohne Operation behandeln, ansonsten sind gelenkerhaltende Eingriffe (Osteotomien) oder gelenkstabilisierende Eingriffe (Arthrodesen) möglich. Letztere finden bei Arthrose, aber auch bei ausgeprägten Fehlstellungen Anwendung. Unabhängig vom OP-Verfahren ist in manchen Fällen eine Verlängerung der Wadenmuskulatur erforderlich.

ZUR OPERATION


Kindlicher Knick-/Senkfuß

In den meisten Fällen ist der kindliche Knick-/Senkfuß nicht behandlungsbedürftig. Bei Beschwerdefreiheit ist auch die Verordnung von Einlagen in der Regel nicht notwendig. Sollten die Kinder jedoch im Alltag wie beim Sport oder sogar lediglich beim Gehen nachhaltig eingeschränkt sein, ist eine Operation zu empfehlen.

ZUR OPERATION


Haglund Exostose

Bei der Haglund Exostose handelt es sich um einen knöchernen Überstand der Ferse, was zu einer Bedrängung der Achillessehne führen kann. Ein Schleimbeutel schützt die Sehne davor, an diesem knöchernen Überstand „zerrieben“ zu werden, wobei er sich meist schmerzhaft entzündet und dabei anschwillt. Daher haben die Patienten nicht nur Probleme beim Gehen, sondern auch durch Druck des Schuhs auf den entzündeten Schleimbeutel. Erste Maßnahmen sind Schonungen und ggf. Physiotherapie.

ZUR OPERATION

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Plantarfasziitis

Der Fuß wird von vielen Muskeln, Sehnen und Bändern gestützt, um die Belastungen des Alltags zu meistern. Bei hoher Beanspruchung wie intensiver Sport, aber auch Berufe mit hauptsächlich stehender Tätigkeit und Übergewicht kann es zu einer Überlastung kommen. Ebenso können Fehlstellungen wie ein Hohlfuß oder ein Knick-/Senkfuß die Überlastung begünstigen. So ist ersteres oftmals mit einer eingeschränkten Beweglichkeit verbunden (Pronationsschwäche), während ein Knick-/Senkfuß mit einer Bedrängung eines Nervens durch eine kompensatorische Größenzunahme eines Muskels einhergehen kann (sog. Baxter-Nerv). Eine weitere häufige Ursache ist eine Verkürzung der Wadenmuskulatur.

Die Ausbildung eines im Röntgenbild zu erkennenden Fersensporns ist für die Diagnose und Therapie der Plantarfasziitis nicht ausschlaggebend. Die Beschwerden können ohne Sporn bestehen, und Patienten mit einem Sporn können beschwerdefrei sein.

Die Therapie der Plantarfasziitis ist nahezu immer konservativ. Hier ist meist eine über Monate andauernde Therapie notwendig. Abhängig von der vorliegenden Fehlstellung sollten spezielle Einlagen angefertigt werden. Ebenfalls sollten Dehnübungen der Wadenmuskulatur durchgeführt werden. Ebenfalls effektiv sind Übungen zur Aufdehnung der Fußsohle, die schon vor dem morgendlichen Aufstehen durchgeführt werden sollten. Da die Plantarfaszie durch die Mehrbelastung kleine Einrisse bekommt (sog. Mikroläsionen, die man sich vorstellen kann wie kleine Einkerbungen eines porösen Gummibandes, welches man in die Länge zieht), versucht der Körper dieses zur Vernarbung zu bringen, damit die dadurch bedingten Schmerzen abklingen. In manchen Fällen gelingt dieses nicht ausreichend, sodass Schmerzen lange anhalten können. Um dieses zu durchbrechen, ist die niedrigenergetische Stoßwellentherapie (ESWT) zu empfehlen. Diese Therapieform hilft, diese Mikroläsionen schneller abheilen zu lassen, wodurch die Schmerzen schneller abklingen.  Studien haben die Wirksamkeit der Stoßwellentherapie nachgewiesen*, und seit 2019 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für 3 Anwendungen, sofern die Beschwerden länger als 6 Monate bestehen.  In manchen Fällen sind dann die Beschwerden noch nicht vollständig abgeklungen, so dass eine Fortführung der ESWT als Eigenleistung möglich ist.

Zur konservativen Therapie

national & International

Patienteninformation: Behandlung von Sehnenproblemen

Sehnen übertragen die Kraft der Muskeln an unseren Gelenken. So wirken sie stabilisierend oder ermöglichen Bewegungen. Unsere Sehnen sind dabei z.T. extremen Belastungen ausgesetzt, was eine mögliche Ursache für die sehr häufig festzustellenden Sehnenprobleme ist.

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