ORTHOCENTRUM HAMBURG

Fuß und Sprunggelenk

Hallux valgus (Zehenballen)

Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen und durch angepasstes Schuhwerk nicht abklingen, kann eine operative Korrektur erfolgen. Ziel ist hierbei die Begradigung der Zehe(n), um die Belastbarkeit wiederherzustellen. Es gibt hierfür viele verschiedene operative Optionen mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Die Wahl des richtigen Operationsverfahrens erfordert vom behandelnden Arzt Fingerspitzengefühl und Erfahrung und ist für den langfristigen Verlauf entscheidend. Nachfolgend werden wesentliche Informationen hierzu aufgeführt.

Begradigung durch Knochenverschiebung (Chevron-Osteotomie, Akin-Osteotomie)

Hierbei wird der Mittelfußknochen nach außen verschoben und mit zwei kleinen Schräubchen wieder befestigt (Osteotomie nach Chevron). Ebenfalls wird ein verkürzter Muskel gelöst, damit der Zeh in gerader Position verbleibt (sog. laterales Release). Sollte die Fehlstellung auch innerhalb der Zehe vorliegen, wird auch ein kleiner Keil am Großzehengrundglied entnommen (Osteotomie nach Akin).

Die Patienten können nach der Operation in einem Spezialschuh ohne Stützen voll belasten. Der Vorfußentlastungsschuh sollte bis zur Röntgenkontrolle für 6 Wochen getragen werden. Anschließend ist normales Gehen im Normalschuh möglich. Eine Thromboseprophylaxe ist für 5-10 Tage notwendig.

Begradigung durch Stabilisierung (TMT I Arthrodese/Lapidus Arthrodese)

Bei fortgeschrittener Fehlstellung kommt es zu einer Instabilität des sog. TMT 1 Gelenkes, welches die Belastbarkeit der großen Zehe beim Gehen erschwert. Daher erfolgt eine Stabilisierung in diesem Bereich (Arthrodese des TMT I Gelenkes). Der Zeh wird hierbei durch die Entnahme eines kleinen Knochenkeils begradigt.  Auch hier wird ein verkürzter Muskel gelöst, um die Stellung des Zehs langfristig zu sichern. Meist wird diese OP-Methode mit einer Osteotomie nach Akin kombiniert (s.o.).

Nach der Operation ist in einem Vorfußentlastungsschuh zunächst eine Teilbelastung an Stützen für 4 Wochen notwendig, solange sollte die Thromboseprophylaxe erfolgen. Anschließend kann im Vorfußentlastungsschuh ohne Stützen voll belastet werden, nach insgesamt 8 Wochen nach der Operation kann wieder ein Normalschuh benutzt werden.


Hallux rigidus (Arthrose des Großzehengrundgelenkes)

Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen und durch angepasstes Schuhwerk nicht abklingen, kann eine operative Korrektur erfolgen. Ziel ist hierbei die Beseitigung der Schmerzen. Die Beweglichkeit des Gelenkes kann in der Regel nicht wiederhergestellt werden. Die Therapie der Wahl ist eine Versteifungsoperation (sog. Arthrodese). Laut biomechanischen Studien sind die langfristigen Ergebnisse von Großzehengrundgelenkprothesen enttäuschend und bergen ein hohes Risiko von weiteren Operationen. Die Patientenzufriedenheit nach einer Versteifungsoperation ist im Gegensatz zu einer Prothesenoperation nach aktueller Studienlage sehr viel höher.

Die Patienten können nach der Operation in einem Spezialschuh für sechs Wochen ohne Stützen voll belasten, wobei das Abrollen vermieden wird. Danach können Normalschuhe getragen werden, sofern die Röntgenkontrolle keine Besonderheiten zeigt. Verordnungen für Physiotherapie sind nur gelegentlich notwendig, allerdings sind zu Beginn Anwendungen für Lymphdrainage sinnvoll. In manchen Fällen werden nach der Operation noch zusätzlich Einlagen benötigt.

Bis auch längere Gehstrecken ohne Mühen bewältigt werden können, vergehen in der Regel vier, selten sechs und in Einzelfällen mehr als neun Monate. Sobald der Vorfußentlastungsschuh nicht mehr erforderlich ist, ist prinzipiell Nordic Walking, Fahrradfahren und Schwimmen erlaubt. Hier besteht bei unsicherem Gangbild jedoch ein gewisses Sturzrisiko, so dass nicht zu früh mit diesen Aktivitäten begonnen werden sollte. Andere Sportarten, bei denen der Fuß in den Zehenspitzenstand kommen muss (alle Lauf-/Kontaktsportarten, Ballsportarten wie Tennis und Badminton, aber auch zum Teil Yoga und Fitness), können erst vier bis sechs Monate nach der Operation wieder aufgenommen werden. Einige Monate nach der Operation ist in der Regel von außen am Gangbild nicht zu erkennen, dass ein Fußgelenk versteift wurde. Es können nach der Operation noch Schuhe mit Absätzen bis zu 4cm getragen werden.

Autofahren ist mit dem Vorfußentlastungsschuh prinzipiell nicht möglich. Wenn die linke Seite operiert wird und ein Auto mit Automatikgetriebe benutzt wird, sollte der Versicherungsschutz vorher trotzdem mit der Haftpflichtversicherung abgeklärt werden.

Fuß- oder Sprunggelenk-Schmerzen?

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Krallenzeh/Hammerzeh

Die Korrektur der Krallenzehfehlstellung erfolgt in der Regel mit minimal invasiven Verfahren, bei denen mit wenigen Hautschnitten von nur 2-3mm Länge unter Röntgenkontrolle die erwünschte Korrektur vorgenommen werden kann.


Metatarsagie

Wenn spezielle Einlagen mit einer Schmetterlingsrolle oder allgemeine Maßnahmen wie Fußgymnastik nicht mehr helfen, kommen Operationen in Frage. Hierbei werden die überlasteten Mittelfußknochen verkürzt und ggf. in ihrer Achse korrigiert (sog. DMMO - Distale Minimalinvasive Metatarsale Osteotomie). Dieses erfolgt in der Regel mit minimal invasiven Verfahren, bei denen mit wenigen Hautschnitten von nur 2-3mm Länge unter Röntgenkontrolle die erwünschte Korrektur vorgenommen werden kann. Nach einer solchen Operation können die Patienten gleich voll auftreten Im Anschluss ist oft Physiotherapie sinnvoll.


Morton Neurom

Wenn diese Maßnahmen die Schmerzen nicht lindern, kann eine Operation erfolgen. Hierbei wird der Nerv entfernt, so dass ein Taubheitsgefühl zwischen den Zehen verbleibt. Dieses ist in der Regel nicht störend. Die Patienten können nach einer Operation gleich voll auftreten und benötigen einen speziellen Schuh für zwei Wochen. Im Anschluss ist oft Physiotherapie sinnvoll.


Digitus quintus varus superductus

Fehlstellungen der 5. Zehe

Wenn an der 5. Zehe eine Krallenzehfehlstellung operiert wird, ist eine restliche Beweglichkeit im Mittelgelenk wichtig, damit es beim Tragen von Schuhen nicht zu Schmerzen kommt. Hier wird eine sog. Hohmann OP durchgeführt, bei der das Gelenk noch eine schmerzfreie Restbeweglichkeit hat. Eine andere Fehlstellung an der 5. Zeh ist der sog. Digitus quintus varus superductus, bei der der 5. Zeh nach oben und zur Seite steht. In der Regel ist hier die Verlängerung der Strecksehne und die Verlagerung eines Muskels notwendig, bei der auch ein Draht für vier Wochen eingebracht wird (sog. Lapidus Prozedur der 5. Zehe). 

 

Im linken Bild ist der seitliche Hochstand der 5. Zeh deutlich zu erkennen. Im mittleren Bild ist schematisch die Verlagerung einer Sehne gezeigt, um die Fehlrotation zu korrigieren (Lapidus Prozedur). Im rechten Bild ist der Zeh nach der OP begradigt. Der zu erkennende Draht wird 4 Wochen nach der OP entfernt.


Unguis incarnatus (eingewachsener Zehennagel)

Durch krumme oder zu breite Nägel kann es zu Entzündungen der Zehen kommen. In den weitaus meisten Fällen ist hiervon die Großzehe betroffen, sowohl an der Außen- als auch an der Innenseite. Durch die Fehlform des Nagels wird beim Wachstum des Nagels die Haut verletzt, so dass hier Keime  eindringen und es zu einer Entzündung kommt. In diesem Fall sollten täglich Fußbäder mit Antiseptika wie z.B. flüssiges Betaisodonna oder Octenisept erfolgen (rezeptfrei in der Apotheke erhältlich) und die Entzündung mit einem Pflaster bedeckt werden. Auf Sport und viel körperliche Aktivität sollte verzichtet und der Fuß geschont werden. Es ist wichtig, dass der Nagel nicht zu kurz geschnitten wird. Auch wenn dieses im ersten Moment Erleichterung schafft, führt das weitere Nachwachsen des Nagels zu einer Verschlechterung der Entzündung.

Wenn diese Entzündungen nicht nach einigen Tagen bis wenigen Wochen abgeklungen ist, kann auch der Besuch beim Podologen sinnvoll sein. In manchen Fällen ist die Anlage einer sogenannten Orthonyxie-Spange möglich, um ein gerades Wachstum des Nagels zu unterstützen. Nach Anlage der Spange muss diese in der Regel über einem Zeitraum von ca. 6 Monaten mehrmals nachgesetzt werden. Die Kostenübernahme für die Behandlung muss von der Krankenkasse vorab geklärt werden.

Sollte diese Therapie nicht möglich sein oder der gewünschte Erfolg ausbleiben, kann die Form des Nagels mit einem kleinen chirurgischen Eingriff korrigiert werden. Hierbei wird erreicht, dass der Nagel nicht mehr in die Haut einwächst und sich demnach nicht mehr entzünden kann. Die Heilungszeit beträgt in der Regel zwei bis manchmal drei Wochen. Normale Schuhe können nach ca. 3 Tagen wieder getragen werden.


Weiterhin werden bei uns folgende Krankheitsbilder kompetent behandelt:

  1. Hohlfuß/Klumpfuß

  2. Knochennekrose

  3. Coalitio

  4. Charcotfuß

  5. diab. Fuß